Leading in the Digital Age: Abseits digitaler Tools und Projekte erfordert das Digital Age einen shift im mindset.

Aktuell wird viel gesprochen, geschrieben, gefragt und geforscht über die Herausforderungen der Digitalisierung für alle Arten von Unternehmen und Branchen. Über allem schwebt, so scheint es, ein nicht zu übersehendes Fragezeichen.

Auch wir selbst als systemische Beraterinnen und Berater fragen uns, wie schnell die Disruption der Beratungsbranche voranschreiten wird, versuchen uns bestmöglich darauf vorzubereiten und entwickeln unser Wissen weiter. Dabei geht es einerseits natürlich um die Frage technologischer Entwicklung und deren Auswirkung auf Produkte, Branchen sowie Geschäftserfolg. Wer heute noch keine Chatbots einsetzt, also smarte Programme, die in bestehenden Diensten (wie z.B. Facebook) automatisiert mit Kundinnen und Kunden wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kommunizieren können, ist mit Sicherheit gerade dabei, diese zu entwickeln ...

Andererseits, das zeigt beispielsweise unsere Studie aus dem vergangenen Jahr, geht es aber noch um etwas ganz anderes: es geht um eine veränderte Haltung die Unternehmen und Führungskräfte benötigen, um heute erfolgreich zu sein. Diese Haltung nennen wir bereits seit einer Weile "collaborative leadership". Was "collaborative leadership" ist, kann man sich nicht nur in Hightech Start-ups aus dem Silicon Valley anschauen, sondern auch in Organisationen erfahren, die man auf den ersten Blick so gar nicht mit der Digitalisierung verbindet: in einer Berliner Gemeinschaftsschule etwa oder auch bei dem niederländischen ambulanten Krankenpflegedienst "BUURTZORG".

Die Wilhelm-von-Humboldt-Schule praktiziert eigenverantwortliches selbstorganisiertes Lernen ab der ersten Grundschulklasse. Die Kinder bestimmen das Lern- und Arbeitstempo selbst, organisieren sich in Projekten, der Mathematik- und Deutschunterricht ist eingebunden in Projektarbeiten. Die Lehrerinnen und Lehrer werden zu Lernbegleitern und stehen vor ganz anderen Herausforderungen, als in einem klassischen Schüler-Lehrer-Setting.

Ganz ähnlichen Prinzipien folgt BUURTZORG. Das niederländische Wort bedeutet "Nachbarschaftshilfe". Ambulante Pflegekräfte werden hier für den Einsatz in ihrer Nachbarschaft ausgebildet. Das funktioniert nach den Prinzipien der Selbstorganisation, kleiner vernetzter Teams, der mindful communication, mit direktem Draht zu den benachbarten Disziplinen wie Hausarzt, Physio und Krankenhaus, mit einem guten Blick für knappe Ressourcen, mit einem sehr geringen Verwaltungsaufwand sowie einer Hinwendung zum Kunden bei gleichzeitiger Reduktion der Pflegestunden. Das BUURTZORG-Modell ist so erfolgreich, dass heute, nach 10 Jahren, etwa 10.000 Pflegekräfte in den Niederlanden danach arbeiten und es erste Nachahmer in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern gibt. Wir sind davon überzeugt, dass Führung im digitalen Zeitalter mehr erfordert als technologische Kompetenz. Was hinter collaborative leadership steckt, erfahren Sie hier.

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